Niklaus Friedrich v. Steiger

Niklaus Friedrich v. Steiger (1729 - 1799)

Schultheiss im äussern Stand 1755-1764, Schultheiss nach Thun 1772, des Kleinen Rates 1774, Venner 1777, Deutsch- seckelmeister, Schultheiss der Stadt und Republik Bern 1787 - 1798, der letzte Schultheiss des alten Bern, zugleich einer der grössten Staatsmänner, ausgezeichnet durch hervorragende Geistesanlagen, wissenschaftliche Bildung und Charakterstärke; nachdem er im Grauholz vergeblich den Tod gesucht hat, floh er im Frühjahr 1798 durch das Oberland und die innere Schweiz nach Deutschland, wo er aus allen Kräften zur Befreiung seines Vaterlandes von der Franzosenherrschaft wirkte, und am 3. Dezember 1799 in Augsburg starb. Seine Leiche wurde 1805 unter grosser Feierlichkeit wieder nach Bern gebracht und im Münster bestattet.

Niklaus Manuel

Niklaus Manuel (1484 - 1530)

Wurde 1484 geboren als Sohn des Standesläufers Emanuel Alemani (Deutsch); die Familie stammte aus Italien. 1509 heiratete er Katharina Frisching, 1510 kam er in den Grossen Rat der 200. Er nahm an mehreren oberitalienischen Feldzügen teil; zur selben Zeit entwickelte er sich zu einem der bedeutendsten Maler der Renaissance (Ausmalung des Münster-Chorgewölbes, Totentanz an der Mauer des Predigerklosters, Zeichnungen von Reisläufern, grosse Tafelgemälde von religiösen und mythologischen Szenen etc.). Als Schriftsteller wirkte Manuel dann massgeblich für die Reformation. Seine Fassnachtsspiele wurden öffentlich aufgeführt und durch den Druck verbreitet. An der Berner Disputation war er "Rufer" (Tagespräsident). 1528 wurde er in den Kleinen Rat gewählt, doch schon 1530 starb er. Manuels gedruckte Werke erreichten noch lange hohe Auflagen weit über die Landesgrenzen hinaus. Seine erstaunliche Laufbahn zeigt, dass dem Begabten damals in Bern noch alle Türen offen standen.

Beat von Fischer

Beat (von) Fischer (1641 - 1698)

Geboren 1641, begann seine Karriere in den üblichen Geleisen (Grosser Rat 1673, Landvogt zu Wangen, Mitglied des Kommerzienrates etc.). Dann aber setzte er sich mehr und mehr als Unternehmer von ungewöhnlicher Tatkraft, Phantasie und Weitblick durch. "Er war einer der hellsten Berner des Jahrhunderts" (Richard Feller, Geschichte Berns). Sein Lebenswerk wurde die Gründung der bernischen Post. 1676 schloss er mit der Regierung den ersten Postvertrag ab. Zielstrebig baute er nun ein Netz von wohlorganisierten Postverbindungen aus. 1680 erhob ihn der Kaiser, wegen seiner Verdienste um den Landesverkehr, in den erblichen Adelsstand. 1686 kaufte Beat Fischer die Herrschaft Reichenbach, baute das Schloss prächtig aus und errichtete daselbst eine Brauerei und eine Ziegelei. 1696 krönte er seine Unternehmungen mit der Errichtung der Gotthardpost. Rastlos gab er sich aus; 1698 starb er bei guten Jahren hinweg. Seine Söhne und ihre Nachkommen führten die bernische Post weiter bis zu ihrer Verstaatlichung im Jahre 1832.

Albrecht von Haller

Albrecht (von) Haller (1708 - 1777)

war ein Universalgenie von fast unfassbarer Vielseitigkeit und Schaffenskraft: Dichter ("Die Alpen"), praktischer Arzt, Botaniker, Anatom, Physiologe, Staatstheoretiker (philosophische Romane) und Staatsbeamter. 1736 - 1753 wirkte er als Professor für Anatomie, Botanik und Chirurgie an der neu gegründeten Universität Göttingen. Um denSitz der Familie Haller im Grossen Rat zu halten, kehrte er nach Bern zurück und wurde Rathausammann. 1758 - 1763 war Haller Salzdirektor in Roche und Aigle, wo er die Methoden der Salzgewinnung wesentlich verbesserte. 1769 schuf die Regierung eigens für ihn die Stelle eines "Assessor perpetuus" des Sanitätsrates. Haller hat ein immenses Lebenswerk von handschriftlichen und gedruckten gelehrten Abhandlungen hinterlassen, ferner einen äusserst weit gespannten Briefwechsel mit den hervorragendsten Wissenschaftlern seiner Zeit, der gegenwärtig von der Burgerbibliothek aufgearbeitet wird.

Markus Rütimeyer (1580 - 1647)

Ab 1617 amtete er als Professor der Philosophie. Er war 1618 Abgesandter des Staates Bern an die Synode von Dordrecht. Ab 1625 war er Pfarrer am Münster und machte sich in den 1620er und 1630er Jahren namentlich verdient durch seine Bemühungen zur Placierung in bernischem Gebiet von exilierten Theologen, viele kamen aus Colmar.

Karl Ludwig Rütimeyer (1825 - 1895)

Als studierter Theologe, Mediziner und Naturwissenschaftler war er a. o. Professor der Zoologie in Bern und o. Professor für Zoologie und vergleichende Anatomie in Basel. Er gilt als Begründer der historischen Paläontologie. Er erhielt das Ehrenbürgerrecht von Basel wie auch die Ehrendoktorwürde der Universität Basel.

Johann Heinrich Graf (1852 - 1918)

Er war Professor für Mathematik und Physik an der Universität Bern und gründete das mathematische Seminar der Universität Bern. J. H. Graf war der Initiator der schweizerischen Landesbibliothek und langjähriger Präsident derer Bibliothekskommission. Er wirkte in der Politik als Stadtrat und nichtständiges Gemeinderatsmitglied. Seine Familie wurde 1907 aus Wildberg (Kt. Zürich) in Obergerwern eingeburgert.

Blanche Marie (1856 - 1899)

Tochter von Rudolf Friederich v. Fischer (1826 - 1911), heiratete 1875 Graf von Saint Martial. Vier Jahre nach dessen Tod 1885 trat sie in den Orden der Barmherzigen Schwestern vom hl. Vinzenz von Paul. Blanche Marie wirkte in den Spitälern von Turin und Angers, reorganisierte und leitete die Ordensanstalten von L'Hay. Ihre Briefe wurden gesammelt und durch ihren Bruder Leopold Rudolf (1868 - 1924) herausgegeben. Übersetzt wurden diese in Deutsch, Englisch, Spanisch und Polnisch.

Adolf Eduard v. Steiger (1881 - 1962)

Als Fürsprecher praktizierte er in Langenthal, Burgdorf und Bern. A. E. v. Steiger war verheiratet mit Beatrice Gabrielle v. Mülinen. Ab 1939 führte er als bernischer Regierungsrat die Volkswirt- schafts-Direktion. Als erster Stadtberner wurde er am 10.2.1940 in den Bundesrat gewählt. Bundespräsident war er in den Jahren 1945 und 1951. Bis zu seinem Rücktritt im Dezember 1951 stand er dem Justiz- und Polizeidepartement vor, das in diesen schwierigen Jahren eine besonders heikle Aufgabe bedeutete.

Bernhard Michael Stettler (1913 - 2003)

Ursprünglich Architekt und Schriftsteller prägte er entscheidend folgende drei Museen: 1948 - 1961 das Bernische Historische Museum und das Schloss Oberhofen, das der Kanton Bern dank ihm als Geschenk annahm. 1961 - 1977 baute er die Abegg Stiftung in Riggisberg auf. Ebenso nahm er als Präsident oder Mitglied in verschiedenen Stiftungen Einfluss auf das kulturelle Leben der Schweiz. M. Stettler war mit Catharina Barbara v. Albertini verheiratet und hat vier Töchter. Sein literarisches Schaffen wurde ebenfalls mit verschiedenen Kulturpreisen gewürdigt. M. Stettler wurde zweimal mit dem Dr.h.c. geehrt.

Klaus Schädelin (1918 - 1987)

Er war Pfarrer in Attiswil, Hünibach und an der Petruskirche in Bern. 1958 wurde er in den Berner Gemeinderat gewählt, wo er 16 Jahre lang als städtischer Fürsorge- und Gesundheitsdirektor amtete. Seine politisch wachen und sensiblen Beobachtungen teilte er humorvoll in der Radiokolummne "Zytlupe" mit, die zum Glück nun auch als Buch erhältlich sind. Er ist der Autor des berühmten Buches "Mein Name ist Eugen", das 2005 verfilmt wurde.

Quelle: von Steiger, Christoph. Die Gesellschaft zu Ober-Gerwern Bern. Stämpfli AG, Bern, 1997

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